Informationen der Initiative Zukunft Hernals zur Bürgerbeteiligung am 6. und 12. Oktober 2026: Bringen wir die Argumente klar ein – für Sport, Klima, Gemeinnützigkeit und echte Stadtentwicklung statt Verbauung.

Kurzüberblick:

  • 2019 präsentiert die Post AG öffentlich Baupläne. Ihr Ausmaß: Bebauung von mind. 23.000 m² Sportfläche, Wohnungen für 2.500–3.000 Menschen. Die Stadt Wien fordert 60% Sozialbau. 2022 werden die Pläne zurückgezogen.
  • Im Juli 2026 startet die Post AG eine EU-weite Ausschreibung zur Betreibung des Areals. Dem bisherigen Betreiber, dem PostSV, droht somit das Aus in seiner bisherigen Form.
  • Kommerzielle Teilnutzungen und eine starke Reduktion des gemeinnützigen Sportbetriebs werden in Aussicht gestellt.
  • Flächen weit größeren Ausmaßes als 2019 sind laut Ausschreibung zur Verbauung (="Quartiersentwicklung") vorgesehen.

Sportflächen erhalten?

Das Areal – ohne öffentlichen Park – hat eine Gesamtgröße von 12 ha. Die Sportflächenwidmung erstreckt sich auch auf bisher ungenutzte, versiegelte Flächen. Werden diese verbaut, gehen automatisch Sportflächen verloren. Warum werden versiegelte Flächen nicht zu weiteren Sportplätzen umgewandelt?

Wer Sport fördern will, VERGRÖSSERT Sportanlagen und hält sie am Stand der Zeit.

Erheblicher Sanierungsbedarf von Bestandsgebäuden?

Reingewinn der Post AG im Jahr 2025 laut Geschäftsbericht: 133,3 Millionen €.

Die am Platz zu tätigenden Sanierungsarbeiten werden auf wenige, im einstelligen Millionenbereich bleibende Kosten geschätzt. (Tageszeitung Kurier)

Wer Bestand sichern will, SANIERT RECHTZEITIG – und ohne Vorwand, nur durch Verbauung und Betreiberwechsel wären die verabsäumten Sanierungen finanzierbar.

Mehr Grünflächen?

22.000 Quadratmeter könnte man entsiegeln:

  • Bowlinghalle samt Parkplatz: 6.300 m²
  • Parkplatz Roggendorfgasse: 11.500 m²
  • Poststüberl samt Parkplatz: 4.000 m²

Wer entsiegeln möchte, ENTSIEGELT ALLES – und stellt nicht 6.000 Quadratmeter als "Mehrwert" dar, während mind. 16.000 m² stillschweigend verbaut werden.

Barrieren öffnen?

Der öffentliche Durchgang durch das Gelände ist seit Jahrzehnten im Flächenwidmungsplan der Stadt Wien vorgesehen. Er wurde nie geöffnet. Sobald ein Antrag auf Flächenwidmungsänderung am Areal gestellt wird, muss die Durchwegung stattfinden.

Wer keine Barrieren will, ÖFFNET Durchgänge, wie der Gesetzgeber sie vorgibt – und verhindert sie nicht jahrelang, um sie bei Bedarf als "Begegnungszentrum der Generationen" zu verkaufen.

Mehrwert für den Bezirk?

Der Zuzug von mehreren tausend Einwohnern bedeutet: Weitere Überlastungen der öffentlichen Verkehrsmittel (v.a. Linie 43), noch mehr Individualverkehr auf ausgelasteten Zubringerstraßen (v.a. Hernalser Hauptstr.), erhöhter – ungedeckter – Bedarf an Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Ärzten, Apotheken und Sportflächen.

Vergleichswerte zeigen beispielsweise: Baumaßnahmen dieses Ausmaßes bräuchten mindestens 5–6 Kindergartengruppen, 4 Klassen VS, 4 Klassen NMS, 3 Klassen AHS. Von medizinischen Angeboten ganz zu schweigen.

Wer den Bezirk AUFWERTEN will, baut einen Bildungs- und Gesundheitscampus – und nicht einen "Supermarkt und zahlreiche Gastronomieangebote".

Themenkarte Nächtliche Kaltluft

Quelle: Wiener Stadtklimaanalyse, Themenkarte „Nächtliche Kaltluft" – storymaps.arcgis.com/stories/134065bbccdf4e5c8d2aa6f9cade8297

Klimafit?

45 Hitzetage (>30 Grad) und 44 Tropennächte (>20 Grad) im Jahr 2026. Erstmals seit Messgeschichte erreichten Messwerte in Wien 4 Tage lang über 40 Grad. Die Durchschnittstemperatur lag um fast 3 Grad über dem langjährigen Schnitt. Und das ist erst der Anfang.

Das Postsportareal liegt zentral in einer von nur 2 Kaltluftschneisen, die die Wiener Innenstadt erreichen. Seine ausgedehnten, unverbauten Flächen leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Abkühlung, Luftfilterung und -zirkulation, sind Lärmschutz und wichtiger lokaler Verdunstungsraum.

Wer nachhaltig abkühlen will, ERHÄLT diese Klimazonen – und verbaut sie nicht. Auch nicht an "Randbereichen".

Der Sport bleibt Herzstück?

Randverbauungen bedeuten drohende Einschränkung der Nutzungszeiten der Sportanlagen (Wohn-Beeinträchtigung durch Flutlichtanlagen, Lärm, etc.).

Eine Mehrzweckhalle kombiniert auf kleinerer Fläche, was zuvor auf mehreren Großspielfeldern getrennt war.

Wer Sport als Herzstück wählt, SICHERT ihn NACHHALTIG – und "entwickelt" nicht Sportflächen in Richtung absehbarer Prozess- und Beschwerdeverfahren.

Gemeinnützigen Breitensport erhalten?

1999 erhielt die Österreichische Post (heutige Post AG) das immer schon gemeinnützige Areal von der Republik Österreich. Nach 90 Jahren muss der gemeinnützige PostSV nun um seine Heimstätte kämpfen.

Die aktuelle Ausschreibung entzieht das lukrativste Drittel der Sportflächen der Allgemeinheit und spaltet sie für kommerzielle Nutzung ab.

Wer die allgemeine Nutzung erhalten will, SICHERT DEN GEMEINNÜTZIGEN ZUGANG zu 100% – und drängt nicht bewährte Betreiber in den finanziellen Ruin.

Städtebauliches Leitbild entwickeln?

Es gibt Stadtentwicklungspläne. Der STEP2025 schreibt Kennzahlen für Sportflächen vor, die jetzt schon massiv unterschritten werden.

Der STEP2035 fordert den Schutz von Grün- und Freiräumen und Bestandsbäumen. Die Stadt Wien hat klar definierte Klimaziele, die keine Verbauung und Verdichtung in derartigem Stil erlauben.

Wer die Stadt Wien nachhaltig entwickeln will, sollte sich zuerst an seine eigenen LEITBILDER erinnern, anstatt das Marketing- und Bauprojekt eines Konzerns zu kolportieren.